Was gilt in Hamburg für Pflegedienstleitungen (PDL) & Einrichtungsleitungen (EL)?

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Pflegedienstleitung (PDL) & Einrichtungsleitung (EL)
Neue Verordnung – neue Begrifflichkeiten. Seit einigen Jahren gelten diese bereits, Fragen gibt es allerdings noch viele. Hier finden Sie Antworten!

Neue Verordnung – neue Begrifflichkeiten 
Die Hamburger Fachfortbildungsordnung für die Durchführung der Fortbildung und Prüfung zur Leitung von Einrichtungen und Diensten im Geltungsbereich des Hamburgischen Wohn- und Betreuungsqualitätsgesetzes (HmbWBG) sowie für Leitungsfunktionen in Krankenhäusern und Einrichtungen der Eingliederungshilfe wurde auf Grund des Beschlusses des Berufsbildungsausschusses vom 3. Februar 2022 von der die Behörde für Arbeit, Gesundheit, Soziales, Familie und Integration erlassen.

Anstelle der Gliederung in die Qualifikationsstufen Verantwortliche Pflegefachkraft, Leitende Pflegefachkraft (PDL), Stationsleitung und Einrichtungsleitung (EL) wurden in Hamburg neue Begrifflichkeiten eingeführt:

Ziel der Fortbildungen ist es, die berufliche Handlungskompetenz der Teilnehmer*innen zur Wahrnehmung von Leitungsfunktionen zu entwickeln, zu erweitern und zu vertiefen, um in beruflichen Situationen sach- und fachgerecht, persönlich durchdacht und in gesellschaftlicher Verantwortung zu handeln, d.h. anstehende Probleme zielorientiert auf der Basis von Wissen, Erfahrungen und Einstellungen sowie durch eigene Ideen selbständig zu lösen, die gefundenen Lösungen zu bewerten sowie die eigene Handlungsfähigkeit weiter zu entwickeln. Die Teilnehmer*innen sollen zudem befähigt werden in einer Leitungsfunktion, im Rahmen ihrer Aufgaben und ihres Verantwortungsbereiches im Unternehmen, die Leistungsfähigkeit der dort Beschäftigten zu erhalten und zu entwickeln sowie die Leistungen des Unternehmens kontinuierlich zu verbessern.

Gliederung, Inhalt und Dauer der Fortbildungen
Die Fortbildungen sind in aufeinander aufbauende Niveaustufen Basis, Aufbau und Vertiefung gegliedert, die jeweils vier Lernbereiche umfassen. Die inhaltlichen Vorgaben sind in entsprechenden Rahmenlehrplänen mit Lernzielen vorgegeben.

Die Niveaustufe Basis richtet sich an Personen, denen in Betreuungseinrichtungen und ambulanten Diensten die Leitung einer Organisationseinheit obliegt wie z.B. Leiten eines Wohnbereiches oder Team-/ Einsatzleitung. Die Niveaustufe Basis umfasst insgesamt 500 Unterrichtstunden (540 inklusive berufspraktischer Anteil) und schließt mit einer internen Prüfung ab.

Die Niveaustufe Aufbau richtet sich an Personen, denen in Einrichtungen und ambulanten Diensten im Geltungsbereich des HmbWBG sowie in Krankenhäusern die Leitung einer Organisationseinheit obliegt wie z.B. die Stationsleitung, Pflegedienstleitung oder die Einrichtungsleitung mit begrenzten Leitungsbefugnissen in kleinen Einrichtungen (bis zu 10 Mitarbeitern) im Geltungsbereich des HmbWBG. Die Niveaustufe Aufbau umfasst 300 Unterrichtsstunden (340 inklusive berufspraktischer Anteil).
Insgesamt umfasst die Fortbildung Aufbau somit 800 Unterrichtstunden (880 Unterrichtstunden inklusive berufspraktischer Anteile), sie beinhaltet die Inhalte der Niveaustufe Basis und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

Die Niveaustufe Vertiefung richtet sich an Personen, denen in Betreuungseinrichtungen und ambulanten Diensten die Gesamtleitung des Unternehmens oder der Einrichtung obliegt. Die Fortbildung der Niveaustufe Vertiefung umfasst weitere 400 Unterrichtsstunden (440 Unterrichtstunden inklusive berufspraktischer Anteil).
Insgesamt umfasst die Fortbildung Vertiefung 1.200 Unterrichtstunden (1.320 Unterrichtstunden inklusive berufspraktischer Anteil) sie beinhaltet die Inhalte der Niveaustufen Basis und Aufbau und schließt mit einer staatlichen Prüfung ab.

10% Fehlzeiten sind pro Niveaustufe für den theoretischen Unterricht erlaubt.

Die je 5 Tage berufspraktische Anteile (Hospitation) im eigenen Arbeitsfeld für die Niveaustufen Basis, Aufbau und Vertiefung sind mit einem Praxisauftrag verbunden. Der Umfang der berufspraktischen Anteile beträgt zusätzlich zum theoretischen und fachpraktischen Unterricht je Niveaustufe 40 Stunden.

Beschreibung der Lernbereiche
Abgeleitet aus den Kompetenzprofilen ergeben sich die im Folgenden beschriebenen vier Lernbereiche (LB). Sie richten sich an den Handlungsanforderungen von Leitungskräften aus. Diesen Lernbereichen ist wiederum eine Anzahl von Kompetenzbereichen zugewiesen, die jeweils einem der drei Qualifikationsniveaus der Prüfungsordnung (Basis, Aufbau und Vertiefung) zugeordnet sind. Die zu einem Lernbereich gehörenden Kompetenzbereiche bestimmen einzeln oder in Kombination die jeweilige Ausrichtung des Lernbereiches.

Lernbereich 1: Steuerung und Gestaltung berufsspezifischer Prozesse
Dieser Lernbereich ist auf eine Vertiefung der Kompetenzen zur fachlichen Steuerung und Gestaltung adressatennaher, individualisierter und professioneller Pflege bzw. Betreuung von Menschen mit Behinderungen ausgerichtet. Er baut auf dem in den jeweiligen Fachkraftausbildungen, die (z. B. nach WBPersVO) Voraussetzung zur Übernahme einer Leitungsfunktion sind, auf. Diejenigen, die keine domänenspezifische Fachkraftausbildung absolviert haben, z. B. Absolvent*innen einer kaufmännischen Fachkraftausbildung, die den Weg in die Leitung eines Unternehmens der Langzeitpflege oder einer Einrichtung/eines Dienstes der Behindertenhilfe einschlagen wollen, ermöglicht der Lernbereich den Erwerb fachspezifischer Grundlagen für die Übernahme einer Leitungsfunktion.
Im Lernbereich 1 wird ein komplexes berufliches Handlungsverständnis deutlich, dass Wissensgrundlagen in Form von Theorien und Modellen für professionelles Handeln ausweist. Dieses theoriegeleitete Handeln in komplexen Situationen ist auf eine systematische Planung und prozesshafte Gestaltung hin ausgerichtet. Ausgehend von Steuerungsprozessen in der Berufspraxis umfasst dieser Lernbereich auch den Erwerb von Kompetenzen zur bedürfnisgerechten und zukunftsorientieren Weiterentwicklung von Konzepten für Einrichtungen und Diensten der Pflege und Behindertenhilfe.

Lernbereich 2: Personalführung und -entwicklung als Leitungsaufgabe
Im Lernbereich 2 werden die Kompetenzen thematisiert, die in direktem Zusammenhang mit der Führung von Mitarbeitern*innen sowie deren professioneller Entwicklung stehen. Bereits bei der Führung kleinerer Teams kommt Gesprächstechniken und -strategien ein hohes Maß an teambildender Bedeutung zu. Der situativ angemessene Einsatz von Führungsstilen sowie die aktive Annahme der eigenen Führungsrolle zählen zu den wesentlichen Kompetenzen zur verantwortlichen Anleitung von Teammitgliedern bis hin zur Führung umfassenderer organisatorischer Einheiten. Dabei ist es zentral, die Unterschiedlichkeit der Mitarbeiter*innen zu respektieren und ressourcenorientiert zu integrieren.
Lernbereich 2 verdeutlicht, dass der verantwortungsvolle Umgang mit Mitarbeitenden genauso wie mit Leistungsempfängern*innen ein hohes Maß an kommunikativer Kompetenz erfordert und eine sensible Einschätzung ihrer Stärken und Schwächen. Diese gilt es mithilfe geeigneter Maßnahmen der Personalentwicklung zu fördern bzw. im positiven Sinne zu transformieren.

Lernbereich 3: Management als Leitungsaufgabe
Lernbereich 3 ist auf die Entwicklung von Managementkompetenzen ausgerichtet. Ausgehend von grundlegenden Managementkompetenzen zur Planung und Durchführung von Projekten knüpft daran die Entwicklung von Kompetenzen im Zusammenhang mit der Qualitätsentwicklung der Dienstleistungsprozesse im Sinne der Zufriedenheit von Leistungsempfängern*innen an. Die Organisation und Personaleinsatzplanung unter Berücksichtigung unterschiedlicher Qualifikationen und Schnittstellen sowie die Koordination von Arbeitsabläufen verlangen ebenfalls organisatorische Kompetenzen, um Konfliktpotenziale zu minimieren und die Zufriedenheit der Mitarbeitenden zu steigern. Lernbereich 3 zeigt auf, dass Managementprozesse nicht nur nach innen wirken, sondern auch deutlichen Einfluss auf die Außenwirkung des Unternehmens haben. Diese zeigt sich nicht zuletzt in der durch externe Instanzen vorgenommenen Qualitätsprüfung. Daher umfasst dieser Lernbereich auch Kompetenzen zur Mitwirkung an Maßnahmen der externen Qualitätssicherung.

Lernbereich 4: Organisationsentwicklung und -gestaltung als Leitungsaufgabe
Leitungshandeln hat seinen Ausgang in der jeweiligen Person, die sich entsprechend im Team positionieren muss und besonderen Belastungen aufgrund ihrer Verantwortung ausgesetzt ist. Es gilt daher Kompetenzen zur Bewältigung dieser Belastungen zu entwickeln und diese im Rahmen der Vorbildfunktion als Führungskraft auch einzubringen. Leitungshandeln ist stets in den jeweiligen institutionellen Rahmen eingebunden.
Lernbereich 4 ist daher vorrangig auf die Auseinandersetzung mit der eigenen Institution als Unternehmen, deren Rahmenbedingungen und der Sicherung ihrer ökonomischen Prosperität ausgerichtet. Der Fokus von Lernbereich 4 liegt überwiegend auf ökonomischen und institutionellen Rahmenbedingungen sowie der Organisationsgestaltung.

Der Unterricht in allen Lernbereichen ist praxisorientiert. In jedem Lernbereich sind auch Phasen des selbstgesteuerten Lernens und/oder in Form von E-Learning und Gruppenaufgaben geplant.

Jeder Lernbereich wird durch eine gestaltungsoffene Aufgabe überprüft.

Zugangsvoraussetzungen
Für die Zulassung zur Teilnahme an den Fortbildungen in den Niveaustufen Basis, Aufbau und Vertiefung sind jeweils Zulassungsvoraussetzungen festgelegt.

  • Sie verfügen über eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung in der Pflege oder über ein abgeschlossenes Studium in pflegerischen, pädagogischen, therapeu-tischen, medizinisch-technischen oder in kaufmännischen Arbeitsfeldern oder
  • eine abgeschlossene dreijährige Ausbildung als Hauswirtschafter*in oder als Haus- und Familienpfleger*in
  • und Sie können daran anschließend eine mindestens zweijährige Berufserfahrung im Umfang von mindestens 30 Wochenstunden in ambulanten Diensten oder Einrichtungen zur Betreuung pflegebedürftiger oder behinderter Menschen oder in Krankenhäusern vor Beginn Ihrer Weiterbildung nachweisen.

Portfolio-Verfahren zur Prüfung auf Anerkennung vorhandenen Qualifikationen
Sie möchten bisherige Fort- und Weiterbildungen im Hinblick auf die Zulassung zu Ihrer geplanten Weiterbildung anerkennen lassen?
Eventuell haben Sie Qualifikationen in anderen Bundesländern oder bei in Hamburg nicht anerkannten Bildungseinrichtungen absolviert oder einen Studiengang besucht?
Sie haben schon eine Weiterbildungen an einer nicht anerkannten Weiterbildungsstätte absolviert oder einen Studiengang besucht und streben nun eine Überprüfung und Anerkennung dieser Qualifizierung an?

Die Hamburger Prüfungsrichtlinie für Leitungsqualifikationen ermöglicht ein entsprechendes Verfahren zur Anerkennung von Qualifikationen und Kompetenzen (Portfolio). Bereits absolvierte Qualifizierungen oder einzelne Kompetenzbereiche einer jeden Niveaustufe können ggf. anerkannt werden. Die Fortbildungsstätte prüft auf Antrag der Bewerber*innen die Möglichkeit der Anerkennung. Dazu hat die/der Bewerber*in der Fortbildungsstätte ergänzend zu den geforderten Nachweisen eine detaillierte, systematische und nachvollziehbare Beschreibung der eigenen Kompetenzen (Portfolio) nach den Vorgaben vorzulegen.

Wir bieten Ihnen die Prüfung Ihres Portfolios hinsichtlich der Anerkennungs-Möglichkeiten im Rahmen der Leitungs-Weiterbildungen an und begleiten Sie in dem Prozess zu Ihrem geplanten Ziel.

Kontaktieren Sie uns noch heute, um mehr über unsere Weiterbildungsmöglichkeiten zur Leitung einer Pflegeeinrichtung zu erfahren!

Ihre Ansprechpartnerin ist unsere fachliche Leitung Meike Okelmann:
040.611 618 - 21
meike.okelmann@lembke-seminare.de

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